In sechs Modellregionen haben sich seit dem Jahr 2005 sogenannte regionale Trägerverbünde mit der Umsetzung der Generationsübergreifenden Freiwilligendienste beschäftigt. In Baden-Württemberg waren dies die Regionen Offenburg/Karlsruhe (Ev. Landeskirche Baden – Amt für Jugend Karlsruhe, Seniorenbüro Stadt Offenburg) und Stuttgart/Heilbronn (Diakonischnische Werk Stuttgart, Kreisdiakonieverband Heilbronn). Die Trägerverbünde waren für die konkrete Umsetzung auf lokaler ebene zuständig. Im Einzelnen wurden ihnen folgende Aufgaben übertragen:

  • Gewinnung von gemeinwohlorientierten Einrichtungen als Einsatzstellen
  • Zusammenarbeit mit den Einsatzstellen
  • Entwicklung von Rahmenbedingungen für den Ablauf des Einsatzes
  • Gewinnung, Beratung und fachliche Begleitung der Freiwilligen
  • Durchführung des Bewerbungs- und Vermittlungsverfahrens
  • Entwicklung und Durchführung der Bildungsmaßnahmen für die Freiwilligen
  • Gewinnung von örtlichen Kooperationspartnern

Das Projekt Ge-Mit - Generationen miteinander im Freiweilligendienst hat vor allem zwei Zielgruppen angesprochen: Junge Menschen ab 16 Jahren und Menschen älter als 50 Jahre. Ge-Mit ist es gelungen, Zielgruppen für einen Freiwilligendienst zu gewinnen, die bisher nicht erreicht werden konnten. Dazu gehörten insbesondere jüngere und ältere Erwerbslose, ältere Menschen in Übergangsphasen und Jugendliche mit Zuwanderungshintergrund.

Fester Bestandteil von Ge-Mit war die Begleitung und Qualifizierung der Freiwilligen. Dazu führten die regionalen Projektträger Fortbildungsangebote durch und haben individuelle Betreuung angeboten. Neben einer Engagementberatung wurden die Freiwilligen auf den Dienst vorbereitet und erhielten Begleitende Maßnahmen. Abgerundet wurde das Angebot durch eine individuelle Nachbereitung. Die Themen orientierten sich eng an den Wünschen und Bedürfnissen der Freiwilligen.

Ein Freiwilliger aus Offenburg:

„Als weiteren Pluspunkt des Ge-Mit-Programms werte ich die monatlichen Bildungstage. Einerseits einen Einblick in die Tätigkeit von Freiwilligen in anderen Einrichtungen zu erhalten., zum anderen die gut vorbereiteten Themenschwerpunkte, die dann kontrovers diskutiert werden. Sollte das Modellprojekt beendet werden, würde mir, aber auch den Betreuten sicher sehr viel fehlen, und ich hätte sicher nicht mehr die Energie mit etwas Neuem zu beginnen“

Das Engagement im Modellprojekt wurde auf verschiedene Art und Weise honoriert. Neben einer individuellen Begleitung und den Bildungsangeboten haben die Freiwilligen für ihre Tätigkeit von 20 Stunden pro Woche in der Regel eine Aufwandsentschädigung von 154,00 € pro Monat erhalten. Außerdem waren die Freiwilligen während ihres Engagements unfall- und haftpflichtversichert. Darüber hinaus haben sich in den sechs Modellregionen noch weitere Anerkennungsformen entwickelt (Empfang beim Bürgermeister, Feste, Kostenlose Teilnahme an Ausflügen usw.).

Während der 3-jährigen Modellphase von Ge-Mit wurde darüber hinaus kontinuierlich an der Entwicklung von Qualitätsstandards für die Freiwilligendienste gearbeitet. Dafür wurden bereits im Vorfeld des Projektes Mindeststandards entwickelt, die in der Praxis fortlaufend überprüft wurden.

Mit Ge-Mit wurde eine neue Form von Freiwilligendiensten erprobt, die sich durch einen hohen Grad an Verbindlichkeit von Freiwilligen, Einsatzstellen und Trägern auszeichnete. Das Bundesmodellprojekt „Freiwilligendienste aller Generationen“ knüpft an diese Erfahrungen an.

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